Donnerstag, 28. März 2019

„Hier wurde offen darüber gesprochen“

Tabuthema Pornografiekonsum im Internet – und wie man davon loskommt – als Schwerpunkt beim GetStrong-Wochenende in Wels (Ö)

Es ist ein Kinderspiel, via Smartphone oder PC zu Pornografiefotos und -videos zu kommen. Selbst unter elfjährigen Burschen gibt es kaum einen, der nicht schon einschlägiges Material konsumiert hat. Die Gefahr, davon abhängig zu werden, ist groß.

Der Weg aus der Sucht

Jahrelang war der aus den USA stammende und in Wien aufgewachsene Jeremy Hammond abhängig von Pornografie und Selbstbefriedigung. Begonnen hat alles, als er neun Jahre alt war. Auch das christliche Umfeld, in dem er aufgewachsen war, konnte ihn davor nicht bewahren. An der Sucht änderte sich auch nichts, als er seine Frau kennenlernte, heiratete und Vater von drei Kindern wurde. Er wollte raus aus der Pornografie, schaffte es jedoch nicht.

Die Kraft dazu fand er letztendlich im Wort Gottes, im Gebet. Es hat ein ganzes Jahr gedauert, um Prinzipien zu erlernen, die ihm halfen, Verhaltensmuster wie den Umgang mit Medien radikal zu verändern. Auch offene, ehrliche Gespräche mit anderen Christen und Leitern in seiner Gemeinde begleiteten ihn auf seinem Weg in die Freiheit. Um auch anderen die rettende Kraft des Wort Gottes näherzubringen, gründete Jeremy „free!ndeed“. Er engagiert sich auch im Gebetshaus Augsburg.

Bei GetStrong erzählte Jeremy von seinem Weg zur Freiheit und gab zwei Impulse. Die Burschen beschäftigten sich dann in nach Alter abgestuften Kleingruppen mit dem Thema. „Hier wurde einmal offen und ehrlich über Pornografiekonsum gesprochen, das ist ja sonst nicht der Fall. Das hat gutgetan“, freut sich Michael, einer der älteren Teilnehmer. „Es ist ja nicht so, dass jeder gleich süchtig wird. Aber es ist gut zu wissen, dass man schnell süchtig werden kann – und was man dagegen tun kann.“ Elias will nach diesem Wochenende generell seinen Internetkonsum überdenken: „Die Fastenzeit bietet einen sehr guten Anlass dafür!“ Jeremys Buch „Frei.Mann.Sein. – Stell dich dem Kampf um sexuelle Reinheit“ war schnell vergriffen.

„Theologie des Leibes“ als Wegweisung

Pater Leonhard Maier LC ging in seiner Predigt kurz auf die „Theologie des Leibes“ des heiligen Johannes Paul II. ein. „Ich habe über die Sehnsucht gesprochen, die jeder im Herzen hat. Die kann nicht das Internet, sondern letztlich nur Gott erfüllen. Sexualität ist von Gott erdacht, etwas Gutes, Heiliges und Schönes. Es geht hier um die ganze Liebe. Die Pornografie aber verzerrt und zerstört dieses Bild, das ist nicht der Plan Gottes.“ Die Anbetung und das Sakrament der Beichte seien an diesem Abend sehr gut angenommen worden, freut sich Pater Leonhard. Johannes Lanzerstorfer und Bruder Johannes Paul Jäger LC gaben Zeugnisse.

Sport und Spaß durften auch nicht fehlen!

Highlights des abwechslungsreichen Wochenendes waren auch „Escape the Room“, ein Actionspiel, das Bowlen und Schwimmen. Für eine derart große Gruppe mit mehr als 30 Teilnehmer braucht es auch viel Logistik und helfende Hände. Die früheren ECYD-Burschen Tobias Bleckenwegner und Josef Hager übernahmen spontan Fahrdienste, Martina Offenberger sorgte einmal mehr für die köstliche Versorgung.

Bei der gemeinsamen Abschlussmesse am Sonntagmittag mit der Looking-Good-Gruppe aus Wels überreichten Franziska und Doris dem Gastgeberehepaar Stinglmayr ein selbst gestaltetes Fotobuch als Dankeschön. Bei einem Mittagessen mit den Eltern klangen sowohl das GetStrong- als auch das Looking-Good-Wochenende aus.

 

Initiativen und Webseiten, die weiterhelfen:

www.free-indeed.de von Jeremy Hammond

www.safersurfing.org (Love is more) von Phil Pöschl