Mittwoch, 13. Oktober 2021

Glauben im Alltag

In der Stille des oberfränkischen Klosters Kirchschletten suchten 25 Teilnehmer am GetStrong-Wochenende Inspiration für das Glaubensleben im Alltag.

Die Sommerferien liegen einige Wochen zurück und die Jungen sind schon wieder im Alltag angekommen. Vom 2. bis 3. Oktober versammelte sich daher das fränkische GetStrong-Team zum ersten Wochenendtreffen des neuen Schuljahres im Gästehaus der Abtei Maria Frieden in Kirchschletten, einem Benediktinerinnenkloster in der Nähe von Bamberg. Dabei ging es um die Frage: Wie lässt sich der Glaube im Alltag leben?

Der Alltag und das Fest

„Was ist das Gegenteil vom Alltag?“, fragte P. Martin Baranowski LC bei der Eröffnungsmesse. „Das Fest! Doch das Fest besteht nicht ohne den Alltag. Das, was beim Fest gefeiert wird, muss sich im Alltag bewähren. Doch auch der Alltag geht nicht ohne das Fest. Deshalb feiern wir die hl. Messe, die dem Alltag eine Richtung und einen Sinn gibt.“ Gefeiert wurde an diesem Tag das Fest der Schutzengel: „Gott hat uns einen Engel vom Himmel geschickt, um uns im Alltag zu helfen. Er erinnert daran, dass Gott in unserem Leben gegenwärtig ist und wirkt.“ Beim anschließenden Austausch berichteten viele Teilnehmer, wie sie in ihrem Leben besonderen Schutz in gefährlichen Situationen erfahren hatten.

Glaubensleben im Alltag

Wie der Glaube im Alltag gelebt werden kann, erarbeitete Teamleiter Max Mauser mit der Gruppe und erzählte dabei von eigenen Erlebnissen. Auch Br. Jonathan Fuhr LC motivierte die Jungen: „Im Alltag gehe es nicht nur um ein Abhaken von Vorsätzen, sondern um eine beständige Freundschaft mit Jesus.“ Anschließend fassten die Teams ihrer Ideen auf einem Blatt zusammen. Im Gebet Gott danken, ihn loben, ihn um Hilfe bitten, sich Jesus zum Vorbild nehmen und immer wieder Zeiten für das Gebet suchen: Morgengebet, Gebet zum Schutzengel beim Verlassen des Hauses, Gebete vor und nach den Mahlzeiten, Stoßgebete in besonderen Momenten, Zeit für Gott z.B. Rosenkranz, Bibel lesen, Abendgebet mit Tagesrückblick. Aber auch aktive und motivierte Teilnahme an der Messe – nicht nur am Sonntag. Versöhnung mit Gott in der regelmäßigen Beichte. Aber auch Zeugnis für den Glauben geben, vor allem auch durch Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Großzügigkeit. Diese Haltungen konnten die Teilnehmer dann auch gleich am Nachmittag beim Bubble-Soccer praktizieren.

Kein passiver Glaube

Mutter Mechthild Thürmer OSB, die Äbtissin des Klosters, berichtete der Gruppe von ihrem Glaubensweg und ihrem Alltag. Auf die Frage eines Teilnehmers: „Warum sind Sie Nonne geworden?“ antwortet sie: „Ich habe das Kloster zunächst als Gast besucht und mich hier einfach wohl gefühlt. Die gemeinsame Arbeit und das Gebet der Schwestern hat mich sehr beeindruckt. Da habe mich mir gedacht: So möchtest du auch leben!“ Die Äbtissin hat trotz der Abgeschiedenheit des Klosters in Kirchschletten kein ruhiges Leben: Durch persönliche Kontakte erfuhr sie vom schweren Schicksal von Flüchtlingen, die Folter und erniedrigende Gefangenschaft hinter sich hatten. Großzügig nahm sie diese ins Kloster auf, wo sich diese auch an der Arbeit beteiligten und am Gebet der Schwestern teilnahmen. Als sie trotzdem abgeschoben werden sollen, gewährten sie ihnen kurzerhand Kirchenasyl. Das bescherte ihr eine Anzeige sowie ein Gerichtsverfahren. Jeder Mensch hat die gleiche Würde. Da kann ich nicht passiv bleiben, sondern muss helfen, so wie Jesus es getan hätte“, sagt die Ordensfrau. Das ist auch eine konkrete Auswirkung des Glaubens im Alltag.

Vorstellung von Mutter Mechthild hier in einer Reportage des BR oder auf katholisch.de.